Ende August des Jahres 1962 versuchte eine Gruppe von vier jungen Männern im Alter von 16 bis 21 Jahren die DDR auf dem Weg über das Wasser zu verlassen. Die Brüder Karl-Ludwig Schultz, Günter Schultz und Jürgen Schultz sowie ihr Begleiter Hans-Georg Jacobs stammten alle aus Schwerin.
Karl-Ludwig Hans erblickte am 30. Dezember 1942 das Licht der Welt; er war der mittlere der drei Brüder. 19 Jahre später war er als Arbeiter tätig, lebte aber noch bei seiner Familie.
An einem Samstag, dem 25. August 1962, machten sie sich auf den Weg. Vermutlich war ihr Startpunkt das mecklenburgische Küstengebiet bei Boltenhagen. Als Hilfsmittel dienten ihnen zwei Faltboote und zwei Luftmatratzen, die sie sich in Schwerin ausgeliehen hatten. Es ist davon auszugehen, dass alle vier bei der Flucht ums Leben kamen.
Die Leiche von Karl-Ludwig wurde am 18. Oktober 1962 am Strand von Rerik, etwa 600 m östlich der Seebrücke entdeckt. Als wahrscheinlichste Todesursache wurde der Tod durch Ertrinken angenommen. Am 6. November wurde sein zwei Jahre älterer Bruder Günter an der dänischen Küste geborgen.
Einige Tage zuvor, am 29. Oktober, hatte ein Fischer die Brieftasche von Hans-Georg Jacobs aus der Ostsee gefischt. Sein Leichnam und auch der von Jürgen Schultz wurden hingegen nie gefunden.