Siegfried Pakusch kam am 29. August 1944 in dem kleinen ostpreußischen Ort Arnau, der zu der Zeit knapp 500 Einwohner zählte, zur Welt. Die Familie verließ vermutlich nach 1945 die Region. Die letzte Meldeadresse von Siegfried Pakusch war die Ulmenstraße in Rostock. Abgesehen davon ist der einzige weitere bekannte Fakt aus Siegfried Pakuschs Leben, dass er bis zu seiner Flucht unverheiratet geblieben ist.
Alle weiteren Informationen zum Fluchthergang und zu seinem tragischen Tod sind dem Artikel einer Westberliner Zeitung zu entnehmen, der am 15. Januar 1963 unter dem Titel Fluchtversuch mit dem Leben bezahlt veröffentlicht wurde. Hier wird davon berichtet, dass sich der Flüchtling „aus der Zone“ offenbar in Rostock an Bord des dänischen Motorschiffs Concordia geschlichen hat, in der Annahme, es würde einen dänischen Hafen ansteuern. Aber das Schiff nahm Kurs auf Memel (Litauen). Am 28. November 1962 sprang Pakusch dann nördlich der Insel Bornholm in die Ostsee – zu diesem Zeitpunkt hatte er vermutlich erkannt, dass er sein Ziel nicht würde erreichen können. Der Kapitän und die Besatzung hatten den blinden Passagier bis zu seinem Sprung ins Wasser nicht bemerkt. Eine dänische Suchaktion nach dem Flüchtling blieb ohne Ergebnis.
Einige Wochen später, am 13. Januar 1963, wurde die Leiche von Siegfried Pakusch dann an der Bornholmer Landspitze Hammeren angetrieben. Pakusch wurde nur 18 Jahre alt.