Biografisches Handbuch

Todesopfer der Grenzregime am Eisernen Vorhang

ÜBER DAS BIOGRAFISCHE HANDBUCH

Dieses digitale Handbuch erinnert an die Todesopfer an der innerdeutschen Grenze sowie an die tödlich gescheiterten Fluchten von DDR-Bürgern über die Ostsee und die Ostblockstaaten. Ein erstes Teilprojekt dokumentiert die Lebensgeschichten und Todesumstände der Menschen, die an der Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik zu Tode kamen. Bis 2022 werden die Biografien der Todesopfer ergänzt, die bei Fluchtversuchen in der Ostsee und in den mit der DDR verbündeten Staaten starben. Über Karte, Filter und Volltextsuche können Sie in den Biografien recherchieren.

BIOGRAFIEN

Quelle: Universitätsarchiv Greifswald, Studentenakte
Hans-Peter Mielau
Keiner der beiden gut ausgebildeten Sporttaucher Klaus Kühne und Hans-Peter Mielau wird daran gezweifelt haben, dass sie es durch die Elbe ans niedersächsische Ufer schaffen würden. Es ist ungeklärt, weshalb Hans-Peter Mielau nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden konnte und von Klaus Kühne bis heute jede Spur fehlt – doch die Berichte der Grenztruppen zeugen von einem Einsatz mit Schusswaffengebrauch in der Fluchtnacht.
Quelle: Stefan Appelius
Gunter Pschera
In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 1967 versuchten Gunter Pschera (23) und Peter Müller (29) gemeinsam über die grüne Grenze aus der Volksrepublik Bulgarien in die Türkei zu gelangen. Nach dem Eindringen in das Sperrgebiet wurden sie gegen 18:30 Uhr nördlich des Dorfes Evrenezovo von zwei Jugendlichen bemerkt, die sofort den Bürgermeister informierten, der darüber unverzüglich die bulgarischen Grenztruppen telefonisch verständigte. Kurz nach Mitternacht wurden die beiden jungen Männer von einer Alarmgruppe der Grenztruppen in einem Waldstück nahe der Grenze entdeckt und sofort unter Feuer genommen. Pschera erlag noch vor Ort seinen Schussverletzungen, den ebenfalls schwer verletzte Peter Müller transportierten die Soldaten in das Bezirkskrankenhaus nach Burgas ab.