Biografisches Handbuch

Todesopfer der Grenzregime am Eisernen Vorhang

ÜBER DAS BIOGRAFISCHE HANDBUCH

Dieses digitale Handbuch erinnert an die Todesopfer an der innerdeutschen Grenze sowie an die tödlich gescheiterten Fluchten von DDR-Bürgern über die Ostsee und die Ostblockstaaten. Ein erstes Teilprojekt dokumentiert die Lebensgeschichten und Todesumstände der Menschen, die an der Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik zu Tode kamen. Bis 2022 werden die Biografien der Todesopfer ergänzt, die bei Fluchtversuchen in der Ostsee und in den mit der DDR verbündeten Staaten starben. Über Karte, Filter und Volltextsuche können Sie in den Biografien recherchieren.

BIOGRAFIEN

Quelle: Stefan Appelius
Eberhard Melichar
Am 3. September 1974 etwa eine Stunde nach Mitternacht erschossen bulgarische Grenzer den 21-jährigen DDR-Bürger Eberhard Melichar, als er versuchte, südwestlich der Grenzübergangsstelle Kalotina die bulgarische Grenze in Richtung Jugoslawien zu überqueren.
Quelle: Neue Presse Coburg, Ausgabe Neustadt, 27. April 1990
Werner Rüger
Gemäß Regierungsverordnung vom 26. Mai 1952 „über Maßnahmen an der Grenze” war im Rahmen der „Aktion Ungeziefer” die Zwangsaussiedlung von Bürgern mit ihren Familien vorgesehen, die als „politisch unzuverlässig” eingeschätzt wurden. Die SED und ihre Sicherheitsorgane hatten 3 056 Familien mit 10 141 Personen benannt, die zwangsweise aus dem DDR-Grenzgebiet zu entfernen waren. Durch die Aussiedlung waren 13 556 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche freigeworden, durch Flucht 3 476 Hektar. Bis zum 30. Juni 1952 flüchteten 1 591 Familien mit 5 480 Personen, die zur Zwangsaussiedlung vorgesehen waren, in den Westen.